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(c) Lu Derfinger

Musik & Texte

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Alle finden mich nett

Satirisches Chanson

809 KB

mp3

Text

Nur zur Verteidigung

Schwarz-humoriges Lied

1,02 MB

mp3

Text

Milonga

Instrumental

486 KB

mp3

 

Ich sehe schwarz

Lyrisches Lied

742 KB

mp3

Text

Die alten Männer

Polit-Tango

680 KB

mp3

Text

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Alle finden mich nett

Ich bin bei allen so beliebt
wenn es was zu ackern gibt,
zweimal wöchentlich im Schnitt
helf' ich bei 'nem Umzug mit.
Bleib bei Feten, ist doch klar
immer noch zum Spülen da,
anschließend fahr' ich Jeanne und Klaus
und all' die anderen nach Haus.
Auf der Fahrt nach Hildesheim
lad' ich mir 'nen Tramper ein
und weil der nett ist, mach ich gern,
den kleinen Umweg über Bern..

Alle finden mich nett, alle finden mich toll
denn ich bin immer da, wenn man was helfen soll,
alle schicken mir Grüße, von überall Karten,
denn ich fütt're die Katze und ich sprenge den Garten.
Alle rufen mich an und ich schau' mal kurz rein,
fahr' was hin, brIng' was weg
schraub' was fest, stell' was ein,
heb' was hoch. schreib' was ab,
reich' was zu, füll' was voll
.... alle finden mich toll!

Für den Punker nachts im Park
Logo, hab' ich sie, die Mark,
kauf' neben Rosen im Lokal
auch Schnitzereien aus Senegal.
Geb gern Trinkgeld, nicht zu knapp
in jeder Kneipe, jedem Pub,
jedem Taxi nach der Fahrt
jedem Fahrscheinautomat...

Alle finden mich nett, alle finden mich toll......

Am Zebrastreifen halt' ich prompt
ganz egal, ob jemand kommt,
wenn Ich ungestraft falsch park',
überweis' ich zwanzig Mark.
Alten Menschen helf' ich stramm
immer über jeden Damm,
und das nicht nur bei schlechter Sicht...
nee, ob sie wollen oder nicht.

alle finden mich nett, alle finden mich toll,
denn ich bin immer da, wenn man was helfen soll,
alle schicken mir Grüße, diese billigen Karten,
ich erwürge die Katze, demoliere den Garten...
.... alle rufen mich an und ich schau' mal kurz rein
fahr' was hin, bring' was weg
schraub' was fest, stell' was ein,
heb' was hoch, schreib' was ab
reich' was zu, füll' was voll
.... alle finden mich tolll!

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Nur zur Verteidigung

Ich wohn' im Vorderhaus zwei Treppen links
und wenn ich dort allein wär, dann ging’s,
die Mittelwohnung steht noch leer,
die Mieterin ist tot.
Die rechte Wohnung aber ist belegt,
ich hör' tagtäglich, wie sich was bewegt
und zwar der Rentner Krause,
dadurch fühl' ich mich bedroht.
Drum hab ich in der Nacht mit eig'ner Hand
vor seiner Flurtür Stacheldraht gespannt,
nur zur Verteidigung.
Denn niemand möchte heutzutage Streit,
bloß Sicherheit.

Darauf hat mich der Krause provoziert
und meine Friedensgrenze demoliert
und einen Wachtturm hinter seine Tür gebaut.
Zur Abschreckung hab ich ihm dann gewitzt
gleich Salzsäure durch's Schlüsselloch gespritzt,
nur leider hat er grad nicht durchgeschaut.
Als Warnung warf ich ihm rein defensiv
die Fensterscheiben ein, als er grad schlief,
nur zur Verteidigung,
denn niemand möchte heutzutage Streit
bloß Sicherheit.

Mein Nachbar wird jetzt langsam zum Problem.
er hat seit kurzem ein Frühwarnsystem,
das immer, wenn ich aus der Türe trete, schellt.
Darauf hab' ich mich auch modernisiert
und einen Flammenwerfer installiert
und so das Gleichgewicht des Schreckens bei uns endlich wieder hergestellt.
Zur Sicherung des Friedens bau' ich vor
Und blas' ihm Nervengas durchs Heizungsrohr
nur zur Verteidigung.
Denn niemand möchte heutzutage Streit,
bloß Sicherheit.

Jetzt züchtet dieser Mensch auf seinem Flur
aus MüII eine Bakterienkultur
und sendet sie mir dann als Wertpaket ins Haus.
Doch ich hab' nachgerüstet und geschickt
den Kellerraum mit Dynamit gespickt
und legte eine Zündschnur bis zur Straße raus.
Und wenn er nicht klein beigibt, dieser Schuft,
spreng’ ich ihn samt dem Hause in die Luft -
nur zur Verteidigung.
Denn niemand möchte heutzutage Streit,
bloß Sicherheit.

Seit heute sind wir zwei nicht mehr allein,
denn in der Mitte zog ein Neuer ein,
er wolle keine Waffen, meinte er voll Zuversicht.
Und auch, daß ich ihn nicht beschützen soll,
ich weiß nicht, wem der Kerl hier nützen soll,
vielleicht ist er ein Schweizer  aber so was zieht hier nicht.
Drum werd' ich heimlich Krause interviewen,
Was wir mit diesem neuen Mieter tun –
nur zur Verteidigung.
Denn niemand möchte heutzutage Streit,
bloß Sicherheit.

Mein Bündnispartner Krause ist sich klar,
der Pazifist ist nur eine Gefahr
für uns're Ordnung, die in diesem Haus besteht.
Zum Schutze unserer Friedenspolitik
erklär'n wir ihm gemeinsam nun den Krieg
in schweren Zeiten übt man Solidarität.
Und wenn der Kerl im Morgengrau’n verglüht,
ist das zwar traurig, aber es geschieht -
nur zur Verteidigung,
bevor der Pazifismus über Nacht
hier Schule macht.

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Ich sehe schwarz

Der eine hat ein Auto, das er wöchentlich poliert,
der and're eine Frau, die er liebt, weil sie pariert,
er schenkt ihr viele Pelze, sie fühlt sich völlig nackt,
doch trägt BH's aus Seide, hat sie jedenfalls gesagt.

Mancher hat sich in der Hand
und hält das für Verstand,
und putzt am Morgen seinen Heiligenschein.

Ich hab ein Loch, und manchmal fall ich 'rein.

Mancher lebt von seinen Zinsen, denn er hat was auf der Bank,
ein and'rer arbeitet sich tot, denn ohne Arbeit wär' er krank.
Mancher lebt wie auf 'ner Insel und die Weit ist ihm egal,
Robinson lebte genauso und fand das gar nicht so normal.

Mancher wäre gern ein Held
und kämpft gegen alle Welt
aus Angst vor Tränen im Gesicht.

Ich leb' im Tunnel, doch am Ende seh' ich Licht.

Manche sehen sich gern französische SchwarzWeißFilme an,
mancher sieht nur Konkurrenten und glaubt, so wär' ein Mann.
Manche sehen zuviel fern, weil ihnen Nähe nicht behagt,
manche seh'n nur in den Spiegel und schon sind sie verzagt;

Manche sehen nur zurück
und sehnen sich nach altem Glück
und sehen im Heute nirgends einen Sinn

Ich sehe schwarz, und deshalb schau' ich hin.

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Die alten Männer

Sie kennen alle Städte
von ihrem Fenster im Hotel.
Und man bläst für sie Trompete
beim Begrüßungsappell.
Sie unterschreiben die Verträge,
tragen Verantwortung und Schlips
und sie halten eine Rede
und sie machen einen Witz

die alten Männer,
die alten Männer,
die alten Männer.

Sie denken nur in Paragraphen
und sie lächeln uns an,
Sie lügen und können gut schlafen,
denn sie glauben selber daran.
Trotz der schnellen Limousine
mit Chauffeur und Telefon
schaffen sie kaum ihre Termine,
überall wartet man schon

auf die alten Männer,
die alten Männer,
die alten Männer.

Sie wissen nichts von unser'm Leben,
doch wie es wird, entscheiden sie.
Manchmal lassen sie sich auch noch wählen
und das nennen sie dann Demokratie.
Heute bringen sie uns Frieden,
genau wie gestern noch den Tod,
sie können alle Spiele spielen,
doch am liebsten spiel'n sie Gott,

die alten Männer,
die alten Männer,
die alten Männer.

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